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Bundestreffen

Was für eine Woche! Naja, Woche ist ja gar nicht der richtige Ausdruck, Marit und ich waren seit dem 3. Oktober quasi permanent für die Naturfreundejugend auf Achse. Aber alles der Reihe nach, hier erst einmal der etwas verspätete Bericht vom Bundestreffen:

Also: Los ging es am 3. Oktober acht Uhr in der Frühe am Bahnhof Neustadt mit dem ICE Richtung Leipzig. Wir stellten fest, dass Zugfahren im Vergleich zu Autofahren echt ziemlich entspannt wäre, wenn man das Umsteigen wegließe... Raus aus dem einen Zug, rein in den anderen, und das möglichst schnell. Vor allem, wenn es heißt, dass der Anschlusszug nicht warten kann, der dann aber plötzlich doch noch am Gleis gegenüber steht, da kann schon mal Panik ausbrechen! Aber letztendlich ging alles gut, und in der Bilanz sind wir sogar fast eine Stunde weniger gefahren als geplant! Wie das geht? Die Deutsche Bahn hat uns einen total sinnlosen Umweg fahren lassen wollen, den wir aber zum Glück umgehen konnten, da die Brandenburger bei uns mit im Zug saßen und wir so mitbekamen: Moment mal, wir können hier ja schon aussteigen! So kann’s laufen.
In Rödental erwartete uns gleich ein Konvoi, der unser Gepäck schnappte, um es zum Zeltplatz zu fahren, wir selbst fuhren mit Ralf vom LV Thüringen, mit im Auto saß außerdem Jannis vom LV Brandenburg. Da konnten also gleich die ersten Bekanntschaften geknüpft werden und wir stellten fest: Mensch, wir sind ja gar nicht der einzige Landesverband mit wenig Leuten auf dem Bundestreffen! Thüringen toppte uns zwei tatsächlich noch und schickte nur besagten Ralf... Dafür waren andere Landesverbände um so stärker vertreten, wie wir schon kurz darauf feststellen konnten: der LV Baden zum Beispiel kam mit über 30 Teilnehmer*innen!
Auf dem Zeltplatz angekommen zeigte uns Dario von der Bundesleitung erst einmal den Zeltplatz mit Blockhütte, Feuerstelle, nach etwas Weg durch den Wald noch einem Bolzplatz und dem namensgebenden Sauloch, in das nach Legende immer die Wildsäue getrieben wurden.
Nicht zu vergessen natürlich auch die zwei großen Matratzenlager, in denen wir uns in Nächten tummelten. Die bezogen wir auch gleich, dann gab es bald schon veganes Mittag, gekocht von der super Kochtruppe aus Bayern.
Dann wurde es spannend: Die erste Workshopphase begann, und mit ihr auch unser netter kleiner Workshop: Stricken war angesagt! Eigentlich ursprünglich auf acht Teilnehmer*innen begrenzt, mussten wir, als wir schon zehn hatten, den Rest leider wieder wegschicken, diese Nachfrage war schon mal ein voller Erfolg. Dann kam die Schwierigkeit: Versuch mal, 10 Leuten gleichzeitig Stricken beizubringen!
stricken_sauloch
Aber irgendwie haben wir es doch geschafft, nach zwei Stunden besaßen (fast) alle zumindest die Grundfertigkeiten dieses besonderen Hobbys. Schals sind zwar auf dem Workshop nicht entstanden, aber wir haben es geschafft, bei einigen das Interesse für die Handfertigkeit zu wecken.
Am Abend ließen wir diesen ersten von drei sehr Ereignisreichen Tagen mit einer großen Werwolfrunde ausklingen.

Freitag gab es wieder viele verschiedene Workshops, an denen Marit und ich dann auch teilnehmen konnten, schließlich mussten wir an dem Tag keinen eigenen Workshop betreuen. Spannend für mich war vor allem das soziale Wandern zum Thema „Nichts als Arbeit“, wo wir 3 Stunden durch die frühherbstliche Landschaft wanderten und uns über Arbeit Gedanken machten und austauschten. Das war eine echt interessante Erfahrung und ein Einblick in das Projekt beweg!gründe der Naturfreundejugend Deutschlands.
Abends wurde mit Karaoke erst ein wenig die Stimmung aufgeheizt, bevor ein Teil von uns am politisch korrekten Nachtgeländespiel des LV Baden teilnahmen. Hast du schon einmal probiert, bei dunkelster Nacht fernab der Wege dir ohne Licht einen Weg durchs Gestrüpp zu schlagen und dabei auch noch darauf zu achten, möglichst wenig Geräusche zu verursachen, um nicht gefunden zu werden? Ich hab es zwar beide Male nicht geschafft, aber es war dennoch ein intensives Erlebnis.

Samstag nahmen Marit und ich vormittags an einem Workshop zum Thema „Europas Zukunft“ teil und stellten dabei fest, wie äußerst komplex das Feld doch sein kann. Da ist es schwer, eine klare Position dafür zu finden und genau daran haben wir gearbeitet. Nachmittags tagten dann zum ersten mal die frisch gegründeten Fachbeiräte (FB). Diese geben den Mitgliedern der NFJ die Möglichkeit, aktiv an der thematischen Ausrichtung des Verbandes zu arbeiten, ohne an ein Amt gebunden zu sein, und damit auch die Bundesgeschäftsleitung zu entlasten, da diese sich ja doch vorrangig um bürokratische Kompliziertheiten kümmern muss. Lange Rede, kurzer Sinn: Marit trat dem FB Reisen&Sport bei, ich dem FB Umwelt&Nachhaltigkeit. Natürlich beschränkt sich die Arbeit der FB nicht auf das kurze Bundestreffen, sondern läuft kontinuierlich im Hintergrund weiter und gipfelt das nächste Mal im März in Hannover, wenn sich alle FB treffen, um weiter an Visionen, Zielen und Maßnahmen zu arbeiten. Der dritte FB beschäftigt sich mit der Thematik Demokratie&Mitbestimmung.
Nach dem Abendessen (übrigens immer warm, genau wie das Mittag!) fand eine rauschende Abschlussparty statt, vor der jedoch noch allen gedankt wurde, die das Treffen erst ermöglicht hatten. Das war echt krass, wie viele daran mitgearbeitet haben! Und die meisten davon zu 100% ehrenamtlich.

Sonntag hieß es nach dem gnädigerweise etwas später stattfindenden Frühstück nur noch Sachen packen, sauber machen, Kontakte austauschen, verabschieden und nach Hause fahren. Mit im Gepäck: Unglaublich vielfältige Erfahrungen, Erlebnisse, Erinnerungen und Bekanntschaften. Das Bundestreffen war echt super! Gern wieder.

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